Fit4Trading #93: Inflation - der Feind deines Vermögens?!

Shownotes

10% so hoch war die Inflationsrate im Herbst 2022. Getrieben durch hohe Energie- und Lebensmittelpreise explodierte die Teuerungsrate und schoss auf Werte wie seit Ende der 70er Jahre nicht mehr. Seitdem ging es spürbar zurück und die Dezemberrate 2025 betrug bei uns in Deutschland nur 1,8%. Also aus den Augen aus dem Sinn? Warum auch eine niedrige Inflationsrate deinem Vermögen zum Verhängnis werden kann, warum wir langfristig sogar wieder mit steigenden Raten rechnen müssen, wie du dein Geld davor schützen kannst und was das alles mit Zahnpasta zu tun hat, das klärt Falko Block, Anlage-Stratege im Bereich Privatkunden-Sales mit seinem Gast, Stefan Riße, Kapitalmarktstratege bei der Fondsboutique Acatis Investment und Bestsellerautor des Buchs „Die Inflation kommt“.

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00:00:00: Zehn Prozent ja, so hoch war die Inflationsrate im Herbst.

00:00:03: zwanzig zweiundzwanzig.

00:00:05: Getrieben durch hohe Energie und Lebensmittelpreise explodierte die Teuerungsrate und Schoss auch Werte wie seit Ende der siebziger Jahre nicht mehr.

00:00:13: Seitdem geht es spürbar zurück und die Dezemberrate zwanzig fünfundzwanzig, die betrug bei uns in Deutschland nur noch schlappe.

00:00:20: eins Komma acht Prozent.

00:00:22: Also aus den Augen aus dem Sinn.

00:00:24: Warum auch eine niedrige Inflationsrate, deine Vermögen zu verhängendes werden kann, warum wir langfristig sogar wieder mit steigenden Raten rechnen müssen, wie du dein Geld dafür schützen kannst und was das alles mit Zahnpasta zu tun hat, das klären wir in diesem Podcast.

00:00:42: Und

00:00:45: als Spezialist für unser heutiges Thema begrüße ich bei mir im Studio Stefan Risse, Kapitarmark-Strategie bei der Formbutik Akates Investment und Westshallautor des Buchs Die Inflation kommt.

00:00:56: Hallo Stefan, grüß dich.

00:00:58: Hallo Falco.

00:00:59: Ja, mein Name ist Falco Block, ich bin Anlagestrategie für Privatkund bei der DZ Bank in Frankfurt.

00:01:05: Stefan, lass uns erst mal wieder mit ein paar Basics starten.

00:01:07: Was genau ist eigentlich Inflation?

00:01:09: Was versteht man darunter?

00:01:11: Und wie entsteht diese?

00:01:12: Ja, wir verstehen da unter Preissteigerung und wenn wir allgemein über Inflation reden, dann verstehen wir darunter immer die Verbraucherpreisinflation.

00:01:21: Aber das ist eigentlich nur eine Form von Inflation.

00:01:24: Es gibt natürlich auch die Vermögenspreisinflation.

00:01:26: Also wenn Aktien steigen, Gold steigt die Sauneinflation.

00:01:30: Aber das, was man gemeinhin meint, wenn man nur den Begriff Inflation verwendet, dann meint man eben das, was die Verbraucherpreise.

00:01:38: steigen also das was wir zu zahlen haben.

00:01:40: damit sind nicht nur die preise in supermarkt gemeint sondern auch die mietete die wir zu zahlen haben das benzin alles was unsere lebenshaltungskosten betrifft.

00:01:47: da gibt es einen allgemeinen korb in das statistische wundesamt in wiesbaden in deutschland erstellt hat der so den durchschnittlichen verbrauch eines haushaltes abbildet und die steigerung der preise im durchschnitt auf ein jahr.

00:02:02: das ist dann die inflationsrate die für ein jahr erreichen.

00:02:06: Da muss man vielleicht auch noch betonen, wenn jetzt im Frühjahr die Eisdielen öffnen und dann kostet die Kugel-Eis dann nicht mal eins, fünf, zwei Euro.

00:02:12: Das ist keine Inflation, sondern wirklich breite Basis.

00:02:14: Ich glaube, das ist noch mal wichtig hier zu sagen.

00:02:17: Einiges wird teurer, einiges wird billiger, aber trotzdem gleicht sich das mehr oder weniger außen.

00:02:22: Wenn die Inflation bei Null wäre, dann wäre es ausgeglichen.

00:02:25: Es können Preise eben steigen und andere Preise fallen.

00:02:29: Die Ölpreise sind ja zuletzt gefallen.

00:02:31: Die Strompreise sollen ja günstiger werden in Deutschland, hat auch mit politischen Eingriffen zu tun.

00:02:36: Aber auch das fängt die Inflationsrate mit auf und das kann dann den gestiegenen Preis für eine Kugel Eis entsprechend ausgleichen.

00:02:44: Jetzt gibt es die Inflation.

00:02:45: Wir die Preise offensichtlich steigen.

00:02:47: Also ich gehe in den Supermarkt und sehe kostlich mal ein Euro, sondern ein Euro zehn.

00:02:50: Und dann gibt es auch die Etwas nicht so schön, die versteckte, je hört man immer wieder das Wort Shrinkflation, was ist denn damit gemeint?

00:02:56: Ja, damit ist gemeint, dass das Produkt gleich bleibt, dass aber weniger drin ist.

00:03:01: Also ich habe ein Produkt, meinetwegen eine Tafelschokolade, die hundert Gramm schwer war und jetzt wird die Tafel mir weiter angeboten, auch für den gleichen Preis unter Umständen, manchmal dann sogar auch noch für einen höheren Preis.

00:03:13: Und da ist aber nur noch neunzig Gramm drin.

00:03:14: Bei der Tafelschokolade würde ich sagen, da erkauf ich mir ja gesünderes Leben, weil Zucker und Schokolade ist ja nicht so gesund.

00:03:21: Aber das ist natürlich nicht die Absicht der Lebensmittelkonzerne und das haben wir in ganz großem Maße.

00:03:26: Jetzt erlebt in dieser von dir erwähnten Phase, wo die Inflation so hoch war, damit das optisch nicht so teuer ist, haben die Unternehmen dann einfach nicht nur die Preise erhöht, sondern sie haben auch noch die Mengen, die sie einfüllen, verändert.

00:03:38: Und wer schaut schon auf die Packung ständig drauf und guckt, wie viel Gramm ist denn da jetzt drin und merkt sich, wie viel Gramm da drin ist, um dann auch, wenn er wieder drauf guckt, drei Monate später zu erkennen.

00:03:48: Das ist ja weniger geworden.

00:03:49: Bei der Butter glaube ich geht das nicht so, weil das ist so ein gängiges Format, so ein Stück Butter, das werden wir wahrscheinlich sofort merken, wenn es kleiner wird.

00:03:56: Aber wenn ich jetzt so eine Papppackung habe, wo so eine Plastiktüte mit Müsli drin ist, da sehe ich doch nicht, wenn ich vor allem, wenn die Papppackung gleich groß bleibt, dass der Inhalt weniger geworden ist.

00:04:06: Der frühere Bundesbankpräsident Karl Otto Pöhl, der sagte eines, Inflation ist wie Zahnpasta.

00:04:12: Ist sie einem aus der Tuge, bekommt man sie kaum wieder hinein.

00:04:15: Ja, warum ist in einer einmal entstandene Teuerungswelle, wenn dies einmal so ein Schwung ist?

00:04:19: Warum ist die so schwer zu bekämpfen?

00:04:21: Weil sich sogenannte Zweidrundeneffekte ergeben.

00:04:25: Und das haben wir jetzt ja auch nach dieser Inflation gesehen.

00:04:28: Ich habe steigende Preise und was passiert, ganz klar, die Gewerkschaften kommen auch natürlich zurecht und sagen, Wir brauchen dafür einen Ausgleich.

00:04:38: Die Löhne müssen jetzt auch stärker steigen, damit die Leute nicht real an Kaufkraft verlieren.

00:04:44: Denn wenn ich nur zwei Prozent Lohnerhöhung habe, die Preise steigen aber um zehn Prozent, dann habe ich im Grunde eine acht Prozentige Lohnschrumpfung.

00:04:53: Also wird das ausgeglichen.

00:04:54: In den siebziger Jahren haben wir so eine Phase mit höheren Inflationsraten gehabt, damals ausgelöst durch die zwei Ölpreisschocks, als die OPEC dann plötzlich über fünfzig Prozent ist.

00:05:04: Öls kontrollierte nicht, also diese Fördergemeinschaft.

00:05:07: Und da haben die Gewerkschaften dann sogar Tarifverträge verhandelt, wo ein fester Inflationsausgleich festgehalten war.

00:05:14: So, was passiert, aber wenn ich die Löhne anhebe, die Kosten für die Unternehmen steigen, die Produktionskosten, weil ein großer Teil der Produktionskosten sind die Löhne.

00:05:22: Also müssen die Unternehmen, die gestiegenen Produktionskosten, wiederum weitergeben in gestiegenen Preise für die Produkte, die sie verkaufen oder die Dienstleistungen, die sie erzeugen.

00:05:32: So, damit steigen die Preise weiter.

00:05:34: Das merkt aber der Verbraucher ja wieder und dann braucht der Verbraucher ja wieder einen Ausgleich für die gestiegenen Preise.

00:05:39: und das lernt man Lohnpreispirale.

00:05:42: Und dann hast du noch einen anderen Effekt, den konnte man immer gut beobachten in so Ländern wie Italien oder Griechenland, auch Spanien vor Einführung des Euros.

00:05:52: Du zementierst eine Art Inflationserwartung.

00:05:55: Das heißt, wenn alle mit Inflation rechnen, so der Einzelhändler, weil das so gängig ist und weil die letzten Jahre vier Prozent waren, fangen die alle automatisch immer ihre Preise um diese Größe anzueben.

00:06:06: Selbst wenn die Nachfrage eigentlich da ist, denn der eigentliche Impact für Inflation ist ja... Angebot und Nachfragepreise steigen, wir kennen es von der Börse, wenn die Nachfrage besonders groß ist und das Angebot die Nachfrage nicht befriedigen kann.

00:06:19: und Preise fallen in der Regel, wenn es umgekehrt ist.

00:06:22: Die Inflation im Zaum zu halten, das ist ja die Aufgabe der nationalen Notenbanken, also bei uns in Europa ist es die EZB, die nennen das dann schick Geldwertstabilität.

00:06:31: Ja, mit welchen Instrumenten arbeiten die denn hier um so eine Teuerungswelle, wenn sie dann kommt, wieder einzufangen?

00:06:36: Ja, das Hauptinstrumentarium sind die Leitzinsen.

00:06:39: Wenn ich jetzt eine Wirtschaft habe, die stark läuft und die aufgrund der Nachfrage, die sich dadurch entfaltet, nicht in der Lage ist, die Nachfrage für befriedigen, also das Angebot nicht groß genug ist, dann brennen sich diese Wirtschaft mit steigenden Zinsen wieder ein, um die Inflation im Zaum zu halten.

00:06:55: Also der Zins ist so mit Abstand das wichtigste Instrument.

00:06:58: Es sind ja in den letzten Jahren dann noch andere Instrumente dazugekommen ab der Finanzkrise, nämlich der Kauf von Staatsanleihen.

00:07:05: oder auch generell Anleihen an den Finanzmärkten oder das dann auch wieder Verkaufen von Anleihen.

00:07:10: Aber das Hauptinstrument, um es nicht zu kompliziert zu machen, ist eben der Zins.

00:07:14: Und das Problem, das ich habe... Wenn ich eine Inflation habe, die zum Beispiel und da ist wieder das Beispiel der siebziger Jahre auch sehr gut ausgelöst wird durch steigende Rohstoffpreise.

00:07:25: Also gar nicht so sehr dadurch, dass die Nachfrage so groß ist, sondern ein Rohstoff, wie dann damals.

00:07:32: das Öl wird teurer und Öl brauche ich ja überall, ja nicht nur in der Energie, alle chemikalischen Produkte basieren ja am Ende auf Öl.

00:07:40: Dann steigen ja automatisch die Produkte, auch im Preis, einfach weil der Rohstoff den BASF um Plastik zu erzeugen steigt.

00:07:51: Das heißt die Nachfrage, dass die Plastikprodukt muss gar nicht so extrem hoch sein.

00:07:55: Die Imperkosten steigen einfach.

00:07:57: So, und dann habe ich eine gestiegene Inflationsrate, obwohl ich gar keine große Nachfrage habe.

00:08:03: Und trotzdem muss die Notenbank, wenn sie sich dafür entscheidet, Inflation zu bekämpfen, dann die Zinsen erhöhen.

00:08:09: Und da besteht immer die Gefahr, dass die Wirtschaft dann in einer Inflation sogar in eine Rezession gerät.

00:08:14: Da spricht man dann von sogenannter Stackflation.

00:08:17: Das ist die Kombination aus einer schrumpfenden Wirtschaft, bei der nach üblicher Theorie eigentlich die Preise fallen müsste, bei einer Wirtschaft schrumpf, wenn die Nachfrage... gering ist, aber in solchen Fällen habe ich dann sogar eine schrumpfende Wirtschaft bei gleichzeitig steigenden Preisen.

00:08:48: Hast du vollkommen recht, dass es erstmal die Logik, die man hat und auf all meinen Vorträgen erklärt den Leuten auch immer, warum wir dieses Inflationsziel von zwei Prozent haben, das mehr oder minder alle Notenbanken so übernommen haben?

00:08:59: Das ist ganz einfach.

00:09:00: Wenn wir, was erstmal logisch wäre, eine Inflation von null Prozent anstreben würden, dann hättest du die Situation, dass du in einer Redzession, also in einer Nachfrage, schwäche, tatsächlich sofort in dem Bereich der fallenden Preise kommst.

00:09:14: Dann hast du das Gegenteil von Inflation, das nennt man Deflation.

00:09:18: Und wenn du Deflation hast, also fallende Preise, dann verschlimmerst du deine Wirtschaftskrise.

00:09:23: Denn wenn wir alle wissen, alles wird billiger in einem, in zwei, in drei Monaten, in einem Jahr sein.

00:09:30: Das können wir nicht bei den Lebensmitteln machen, weil da sind wir dann zwischendrin verhungert.

00:09:34: Aber wenn ich weiß, ach, mein Auto fährt noch, mein Computer tut's noch, mein Mobiltelefon auch noch.

00:09:40: Und ich weiß, in drei Monaten gibt es das ja billiger und in einem Jahr kann ich auch noch ein neues Auto kaufen und es wird nicht teurer, sondern eher günstiger.

00:09:47: Dann schiebe ich meine Käufe auf.

00:09:49: Das heißt, die Nachfrage wird gebremst und dann verschärfe ich die Krise.

00:09:52: Das ist das, was wir in den dreißiger Jahren, vor allem in den USA, aber auch in Deutschland erlebt haben.

00:09:58: Nämlich diese schwere Depression, die man damals hatte.

00:10:01: Das war die Kombination von Deflation und starker Wirtschaftsschrumpfung, wo die Preise fielen und ... Dadurch die Nachfrage immer mehr nachließ und die USA in eine fürchterliche Wirtschaftskrise kamen, die Leute sind damals verhungert und erfroren in ihren Wohnungen.

00:10:15: Das kann man sich heute nicht mehr vorstellen, aber in den zwanziger oder dreißiger Jahren hatten wir noch solche Zustände in den USA, in Europa auch.

00:10:23: Im Übrigen der Wohlstand war noch nicht so gestiegen, wie wir ihn heute kennen.

00:10:27: Und deswegen hat man sich darauf geeinigt, man nimmt die zwei Prozent, wenn ich dann eine Schrumpfung habe, dann habe ich zumindest noch Luft bis zur Null, wo dann dieser negative Effekt eintreten würde.

00:10:37: Du hast vorhin schon erwähnt, die allgemeinen Inflationsrate in Deutschland, die wird ja gemessen vom Statistischen Bundesamt und dann werden sogenannte Musterhaushalt herangezogen, also eine Person, zwei Personen, vier etc.

00:10:49: und deren Gesungen, Gewohnheiten werden entsprechend dann statistisch gemessen.

00:10:53: Jetzt gibt es aber auch eine sogenannte individuelle Inflationsrate, die keiner niedriger aber auch höher liegen als die offizielle Rate.

00:10:59: Das liest man zumindest einmal.

00:11:00: Was ist denn darunter zu verstehen?

00:11:01: Was bedeutet das für mich persönlich?

00:11:03: Naja, man nimmt... da so ein Durchschnittshaushalt.

00:11:07: Wenn ich jetzt einen Haushalt nehme, der unter dem Durchschnitt liegt, der geringeres Einkommen hat, der muss automatisch mehr für Lebensmittelaufwänden prozentual zum Gesamteinkommen, das er hat und auch für Miete, als ein Haushalt, der über dem Durchschnitt liegt, als jemand, der sehr viel verdient.

00:11:26: Der kann sich ja Urlaube leisten, teure Autos leisten, also viel konsumieren.

00:11:32: was dem Haushalt, der unter dem Durchschnitt liegt oder auch wegen dem Durchschnitt liegt, nicht möglich ist.

00:11:37: Wenn zum Beispiel Mieten stark steigen und ich habe nicht so viel Einkommen und ein Drittel und in Ballungsgebieten ist es ja manchmal bei Haushalten sogar noch mehr, ein Drittel geht für Miete drauf und die Mieten steigen viel stärker als die allgemeinen Lebenshaltungskosten, dann ist die individuelle Inflation eines solchen Haushalts höher als die Inflation eines Haushalts mit hohem Einkommen, wo die Miete vielleicht nur zehn Prozent ausmacht oder Eigentum existiert.

00:12:05: Also man gar keine Miete zahlt und gar keine Mietinflation erlebt, sondern im Gegenteil von steigenden Immobilienpreisen entsprechend profitiert.

00:12:12: Insofern, die individuelle Inflation kann sehr, sehr unterschiedlich sein.

00:12:16: Es erklärt das hier vielleicht auch ganz gut, warum es immer wieder diese, ich sag mal, stammtisch Diskussionen gibt, wo einige sagen, das stimmt doch gar nicht, was die Statistikmeter sagt, zwei Prozent.

00:12:24: Und dann kommen wir wieder auf das Thema, die Butter ist doch viel teurer geworden.

00:12:26: Das gibt ja einmal die Preise, die ich kenne, aber dann auch, wie ich es persönlich merke.

00:12:31: Ja, das wird so wahrgenommen.

00:12:33: Und das wird vor allem auch so wahrgenommen, weil die Güter des täglichen Verbrauchs, wie auch Restaurantbesuche.

00:12:40: Und jetzt machen wir mal ein bisschen längeres Zeitfenster auf.

00:12:43: Wir hatten ja diese hohe Inflation, die du erwähnt hast.

00:12:46: Davor haben wir aber ja viele Jahre gehabt mit Inflationsraten sogar eher unter zwei Prozent.

00:12:51: Und in der Phase haben die Leute aber auch gesagt, das stimmt doch nicht.

00:12:55: Daher kommt diese Aussage eigentlich.

00:12:57: Das ist doch alles teurer geworden.

00:12:59: Und die haben bei der Beobachtung mit den Einkäufen im Supermarkt oder eben auch dem Essen gehen, auch absolut recht.

00:13:05: Denn eine Pizza hat auch schon vor dem Anstieg der Inflation nach Corona ja dann in Euro das gekostet, was die vorher in D-Mark gekostet hat.

00:13:14: Keine Frage, was die Leute aber nicht beobachtet haben, weil du dir das halt nicht so täglich kaufst.

00:13:20: Dass alles, was in Massenproduktionen gefertigt wird und aus China kommt, viel, viel billiger geworden ist.

00:13:27: Und da habe ich immer so ein schönes Beispiel.

00:13:30: bei meinen Vorträgen dabei und das ist der Fernseher.

00:13:32: Ein Fernseher hat, ich habe so eine alte Fernseheranzeige gefunden, bei irgendwie im Internet kommt man das noch finden von einem Fernseherhändler irgendwo auf dem Lande in NRW und der bot dann so ein Grundig-Fernseher an und das habe ich dann von dem mal genau Euro umgerechnet und habe dann so ein Fernseher dagegen gestellt, den du heute bei Lide kaufst.

00:13:50: und da stellt sich dann raus, dass der Fernseher absolut gesehen, also nur umgerechnet, absolut gesehen, schon mehr als doppelt so teuer früher war, wenn du es aber in Relation setzt zum verfügbaren Einkommen, und heute hatten Fernseher damals das fünffache Kostet.

00:14:11: Von dem, was er heute kostet.

00:14:12: Und ich kann mich auch noch dran erinnern, Falco, ich bin jetzt noch ein bisschen älter als du, wenn bei uns der Fernseher kaputt ging.

00:14:17: Das war eine richtige Anschaffung.

00:14:19: Da wird noch erst mal länger draufgeklopft, solange der das Bild noch mal wieder zeigte, wenn man draufklopfte, weil das war... Ein Netto-Monatslohn meines Vaters, der für ein Fernseher drauf ging.

00:14:30: Heute wirst du dir so ein Millionding bei Aldi mal eben ein Einkaufswagen, wenn du sagst, komm, ich geh' oben in dem Zimmer nochmal einen größeren Fernseher gebrauchen.

00:14:39: Und so gibt's viele Dinge.

00:14:40: Könnte ich andere Beispiele erwähnen.

00:14:42: Mein Sohn spielt Gitarre.

00:14:43: Ich hab dem die E-Gitarre gekauft.

00:14:45: Und ich weiß, da meine Schwester spielte auch Gitarre als Kind oder wollte.

00:14:48: Das war eine Riesenanschaffung für die Familie und dachte ich, naja, jetzt musst du die Gitarre kaufen, wird teuer.

00:14:53: Es kostet alles nix mehr, haben mir die Gitarrenlehrer auch bestätigt.

00:14:56: Und so viele Produkte sind so viel günstiger geworden.

00:15:00: oder so ferngesteuerte Autos, das habe ich gemacht.

00:15:02: Von Kraubner so ein Ding kostete fünfhundert Mark.

00:15:05: Bisher kannst du Konrad-Elektronik gehen, kriegst für dreißig Euro so ein Ding.

00:15:09: Und das sehen die Leute aber nicht so, das wird so mitgenommen.

00:15:12: Und deswegen sind im Durchschnitt die Preise eben in der Zeit tatsächlich nicht gestiegen.

00:15:15: Also die Wahrnehmung ist falsch.

00:15:17: Im Durchschnitt hat es die Inflation tatsächlich nicht gegeben.

00:15:20: Also die angenommen höhere Inflation als das, was offiziell ausgewiesen wurde.

00:15:24: Ja, es gibt ja auch schöne Statistiken.

00:15:26: Wie lange muss ich arbeiten, um mir ein bestimmtes Gut kaufen, so könnte ich.

00:15:29: Das ist vielleicht, glaube ich, das passt ja auch zu dem zusammen, meinest du nicht?

00:15:32: Ein Monat arbeiten für ein Fernseher, zwei Monate arbeiten für eine miele Waschmaschine.

00:15:36: und heute gut... Vielleicht ist die Waschmaschine nicht mehr heute, dann eben von Ken wurde, oder wie ich kaufe, dann hält vielleicht nicht mehr zwanzig Jahre, aber die kostet dann eben nur noch eine Woche Arbeit, ne?

00:15:45: Beim Auto ist es ja interessanterweise nicht so.

00:15:47: Die Autos sind ja auch im Preis enorm gestiegen.

00:15:50: Sie sind eben auch viel, viel besser geworden.

00:15:52: Ich bin mir sicher, wenn du den Golf I so, also wenn du mit Gummelfenster herstellen würdest, genau wie der Golf I von damals war.

00:15:59: Was wird das Ding noch kosten?

00:16:00: Fünf tausend Euro vielleicht?

00:16:02: Da ist natürlich der Stahlpreis, spielt da noch eine Rolle.

00:16:04: Den habe ich jetzt bei so Plastikprodukten nicht.

00:16:06: Aber das ist ja hier mit gekurbelter Tür.

00:16:09: Kein Airbag, kein gar nichts, kein ABS.

00:16:11: Klimalage, furchtbar.

00:16:12: Ja, genau.

00:16:13: Also das darf man einfach nicht vergessen.

00:16:15: Das hat die Automobilienindustrie gut hingekriegt, dass sie halt immer so viel neue Technik da verbaut haben, dass sie die Preise schön anheben konnten.

00:16:22: Also wenn wir die Autos in der Qualität von damals führen würden.

00:16:24: Und da sind wir bei dem sogenannten hedonischen Preiseffekt.

00:16:28: Das ist nämlich auch interessant.

00:16:29: Es gibt Länder wie die USA.

00:16:31: die das tatsächlich in die Inflation mit reinrechnen.

00:16:34: Und da muss man sagen, ist das nicht auch ein bisschen, ich will das Wort nicht sagen, das mir auf der Zunge liegt, weil es kein feines Wort ist, ist das nicht ein bisschen hinter das Lichtführende zu verbrauchen.

00:16:44: Weil die machen das halt so, du hast ein Computer und der hat eine gewisse Prozessorleistung und jetzt hast du einen neuen Computer, also die nächste Generation, die hat eine Prozessorleistung von zwanzig Prozent mehr.

00:16:56: Der Computer kostet auch zwanzig Prozent mehr, sagen die?

00:16:59: Nee, ist ja keine Inflation, weil das Produkt ist ja zwanzig Prozent besser in der Qualität.

00:17:03: Nur, der Punkt ist, ich kriege ja so wie ich den Golf einst nicht mehr kriege, so kriege ich ja auch den Computer nicht mehr mit der geringeren Prozessorleistung.

00:17:10: Ich muss jetzt ja den teureren kaufen.

00:17:12: Deswegen finde ich das schwierig, hat Deutschland aber nicht in der Inflationsmessung.

00:17:22: Also, soweit verstanden die Torungsrate verringert meine Kaufkraft.

00:17:25: Da muss ich wirklich drauf achten.

00:17:26: Hundert Euro heute ist nicht mehr das gleiche wie in einem Jahr.

00:17:29: Inflationsrate von zwei Prozent, die wir jetzt aktuell wieder haben, sogar wir sind sogar drunter gerutscht, klingt es aber trotzdem nicht besonders viel.

00:17:36: Und das ist auch das, was die EZB sicher wünscht.

00:17:38: Sie fragt es aber, warum ist diese Zahl trotzdem langfristig ein Feind für mein Vermögen?

00:17:43: Na ja, ganz einfach.

00:17:44: Wenn ich Geld habe, sagen wir mal, ich habe ein Ersparnis von hunderttausend Euro.

00:17:48: Und ich kann heute für diese hunderttausend Euro mir einen gewissen wahren Korb kaufen.

00:17:54: Also ein Auto, ein Computer und was ich mir so vorstelle.

00:17:58: Und ich hab das Geld, weil ich den Banken nicht vertraue.

00:18:02: Ich hab das unterm Kopfkiss liegen, ja.

00:18:05: Ich hab immer die Erfahrung gesammelt, dass Ironie oft nicht verstanden würde.

00:18:08: Ich mach deswegen hier die Bemerkung daran, dass irgendjemand meint, ich würde die DZ-Bank nicht für sicher halten für mein Geld.

00:18:15: Nein, aber wenn man das jetzt mal so nehmen würde, ich hätte mein Geld beispielsweise nur auf ein Girokonto, wo ich keine Zinsen bekomme.

00:18:21: Und in den nächsten zehn Jahren steigen die Preise für diese genannten Güter um zwei Prozent pro Jahr.

00:18:27: Da müsst ihr ja schon bei aufadiert, zwanzig Prozent.

00:18:30: Jetzt hast du Zins-Zins-Effekt dabei, dann ist das alles mal locker.

00:18:33: Fünfundzwanzig, dreißig Prozent teurer.

00:18:35: Ich habe aber nach wie vor nur meine Hunderttausend Euro.

00:18:37: Das heißt, ich kann von diesem wahren Korb nur noch mir einen Teil leisten.

00:18:41: Und deswegen ist Inflation ein Feind des Vermögens.

00:18:44: Und muss ich eben gucken, dass ich mit meinem Geld eine Rendite erziele.

00:18:48: Die Mindestens so hoch ist wie die Inflation, dann habe ich zumindest kein Kaufkraftverlust.

00:18:54: Liege ich drunter, habe ich realen Kaufkraftverlust und das ist so ein bisschen das Trügerische.

00:19:00: Wenn ich jetzt Zinsen kriege und aus meinen Hunderttausend ist sogar Hundertzehntausend geworden, dann denke ich, ja, ich war Hundertzehntausend.

00:19:07: Tatsächlich ist das Geld aber weniger wert, weil dieser Warenkorb, den ich erwähnt habe, der kostet mittlerweile hundertundzwanzigtausend.

00:19:13: Das heißt, ich muss immer gucken, dass ich eine Rendite habe, die über der Inflation liegt, damit ich überhaupt aus meinem Geld mehr gemacht haben.

00:19:20: Wir erinnern wir gerne an so einen Rentenbescheid.

00:19:22: Wenn man die ersten paar Jahre gearbeitet hat, dann steht da ja vielleicht drin so viel Rente.

00:19:25: Würdest du jetzt bekommen, wenn du jetzt so weiter arbeitest, dann kriegst du irgendwann die Rente.

00:19:28: Dann guckt man darauf und sagt, das ist ja eigentlich recht auskömmlich.

00:19:31: Aber wenn jetzt in heute, sagen wir mal, mal twenty-fünfjährige in vierzig Jahren in Rente geht, da kann man ja also fünfzig Prozent, kann man ein paar mal einen Daumen abschneiden.

00:19:38: Ja, ist so.

00:19:40: Jetzt hast du vor etlichen Jahren mal ein Buch geschrieben und vor kurzem auch noch mal aktualisiert, es trägt den Titel, die Inflation kommt, wurde sogar zum Spiegel Bestseller, ja und darin vertritt zu die These, dass wir langfristig aber wieder mit deutlich höheren Inflationsraten als diese aktuell zwei Prozent rechnen müssen.

00:19:54: Was führt dich denn dazu?

00:19:56: Ich habe ja schon die Ausführungen zur Globalisierung gemacht und zur Verlagerung in Billiglohnländer.

00:20:00: und der billiger gewordene Fernseher und die Gitarre und diese ganzen Produkte, die in Massenproduktionen hergestellt werden, eben zu ganz anderen Lohnkosten, mittlerweile ist ja nicht nur China oder Indonesien, Vietnam

00:20:10: etc.,

00:20:11: dann nehmen.

00:20:11: die ganze Bekleidung, die wir haben, auch eine Jeans im Übrigen, hat früher viel mehr gekostet.

00:20:16: Wenn du heute zu Kick oder zu Primark ist, ist es irre, was du da im Klamotten kriegst.

00:20:21: Das war in meiner Kindheit nicht so.

00:20:23: Das hat dazu geführt, dass wir lange Zeit feilende Preise hatten in gewissen Bereichen und insgesamt dann eben nur moderatsteigende Preise, weil anderes dann doch im Preis gestiegen ist.

00:20:33: Warum haben wir diesen Effekt gehabt?

00:20:35: Ganz einfach, wir haben durch den Anschluss erstmal Osteuropas und dann Südostasien, vor allem eben China im Zentrum, unfassbar viel mehr günstige Arbeitskräfte dazu bekommen, die in den modernen Industrieproduktionsprozess eingebunden wurden.

00:20:50: Und die sind auch immer noch mehr geworden.

00:20:52: Wir haben in diesen Ländern noch wachsende sogenannte Erwerbsbevölkerung gehabt.

00:20:58: Und das dreht sich jetzt aber um.

00:21:01: Die Bevölkerung in China schrumpft bereits die Erwerbsbevölkerung wegen der jahrelang einen Kindpolitik.

00:21:07: Und weil Bildung so teuer ist, ist da aus Eine Abschaffung der einen Kindpolitik auch sind da nicht mehr Kinder entstanden.

00:21:14: Es bleibt bei sehr geringen Geburtenraten in China.

00:21:17: Das sehen wir auch in Osteuropa mittlerweile.

00:21:19: Das heißt, dieses Mehr an Arbeitskräften wird jetzt eher weniger.

00:21:22: Dann streben natürlich auch diese Länder.

00:21:25: einen höheren Wohlstand an.

00:21:27: China leidet ja unter einer Konsumschwäche.

00:21:29: Warum?

00:21:30: Weil die Bürger so viel nicht verdienen.

00:21:32: Wenn man guckt, wie viel macht der Konsum in den USA aus?

00:21:35: Wie viel macht der in China aus?

00:21:36: Da muss man sagen, die Chinesen produzieren extrem billig, damit wir günstige Produkte haben mit den höheren Löhnen.

00:21:41: Das heißt, auch da werden die Löhne eher schneller steigen als die Produktivität.

00:21:46: Natürlich, technischer Fortschritt ist auch ein Grund gewesen, also immer mehr automatisierter Produktion.

00:21:52: Und da haben wir natürlich mit der KI jetzt ein Faktor, der weiter ja deflationär wirkt, aber in der Gesamtschau denke ich, und das ist das eine D, nämlich die Demografie sorgt dafür, dass wir diese fallenden Preise nicht mehr haben, die die steigenden Preise an anderen Stellen ausgleichen, sondern dass auch die Dinge, die aus China kommen, zukünftig teurer werden.

00:22:11: Und dann kommt das zweite D dazu.

00:22:13: Und das ist die Dekabulisierung.

00:22:15: Das Thema ist ein bisschen von der Agenda.

00:22:17: Es wird bei einer Auskunft später oder gar nicht.

00:22:20: Nichtsdestotrotz, wir kennen die Situation mit den Naturkatastrophen.

00:22:23: Es wird ja weiter in erneuerbare Energien investiert.

00:22:26: Das wird gewisse Rohstoffpreise wie Kupfer treiben.

00:22:29: Eine Wärmepumpe kostet das dreifache von einer Gastherme.

00:22:32: Energie wird eher teurer werden.

00:22:34: und dann haben wir die D-Globalisierung und damit ist eben auch die Verlagerung von Produktion aus dem Ausland und das ist ja ein hochaktuelles Thema jetzt.

00:22:45: zurück in Industrieländen.

00:22:46: Wir haben unglaublich viel nach China ausgelagert.

00:22:49: Sie haben dann bei der Corona-Krise schon gesehen, das ist als die Lieferketten dann unterbrochen, wo kein Flugzeug mehr flog, kein Schiff mehr fuhr, ist aber blöd, dass Antibiotika auch nur noch in China hergestellt wird und will Mangel in den Apotheken haben.

00:23:00: Und jetzt haben wir die Diskussion um die seltenen Erden, wo wir uns völlig abhängig gemacht haben von China und solche kritische Infrastruktur wollen wir zurückholen.

00:23:10: Warum haben wir die Chinesen das machen lassen?

00:23:12: Ja klar, weil seltener Erden aus der Erdezone ist ein dreckiger Prozess und das ist bei den Chinesen.

00:23:17: Umweltstandards sind da geringer Löhne sind geringer.

00:23:19: Wenn wir das zu unseren Produktionsumweltstandards und unseren Löhnen machen, wird das einfach teurer werden.

00:23:24: Das sind so die drei D-Waum wir glauben.

00:23:27: Die Inflation wird vielleicht die nächsten Jahre eher bei drei bis vier Prozent und nicht bei zwei Prozent liegen.

00:23:31: Und da übergebe ich aber jetzt, weil es eine sehr lange Antwort ist, das ist mir bewusst.

00:23:36: Und wir brauchen die Inflation auch ganz dringend zum Verschuldungsabbau.

00:23:40: Drei bis vier Prozent.

00:23:41: Du hast vorhin schon gesagt, das muss ich ja mindestens erwirtschaften, damit ich mein Geld stabil halte.

00:23:46: Dann stellt sich mir natürlich jetzt die brennende Frage, wie kann ich denn mein Geld langfristig vor der Entwertung schützen?

00:23:51: Was gibt es da, was ich als Privatkunde machen kann?

00:23:54: Sieht man aktuell mal auf die Entwicklung an den Finanzmärkten, dann fällt an vor allem natürlich Gold auf oder die Edelmetalle, die extrem stark steigen.

00:24:03: Die steigen momentan gar nicht so sehr wegen der aktuellen Inflation, glaube ich, sondern eher wegen der Unsicherheit auf der Welt, hat aber schon auch mit... Geldentwertung in der Zukunft zu tun und Ängsten diesbezüglich, aber hat eben auch viel damit zu tun, dass ausländische Notenbanken jetzt ewig stärker Gold kaufen als den Dollar, nachdem sie gesehen haben, was die mit den Währungsreserven der Russen passiert ist nach dem Einmarsch in die Ukraine.

00:24:26: Aber Gold hat halt ein Vorteil gegenüber dem Papiergeld, nämlich ist es nicht unendlich vermehrbar.

00:24:33: Denn am Ende entsteht Inflation.

00:24:35: ja dann, wenn ich Die Geldmenge, also das Papiergeld, also nicht nur die Scheine, sondern auch das Buchgeld, aber unser Geld, wenn ich das stärker vermehre, als die Waren, die ich im Gegenzug habe, die ich dafür kaufen kann.

00:24:49: Man muss sich das immer so vorstellen.

00:24:51: Ich habe hier das Geld, ja, hundert Billionen und ich habe hier Waren, die können nur genau diesen Wert von diesen hundert Billionen im Grunde haben, weil mehr kann ich dafür nicht erwerben.

00:25:01: So, und wenn ich jetzt aber die Geldmenge auf Zwarhundert Billionen ausweite, alles mal so ganz einfach jetzt gerechnet, mit ganz einfachen Zahlen, ich habe aber immer noch die gleiche Menge an Produkten, die sind nicht mehr geworden, denn dann müssen die Produkte ja alle doppelt so teuer werden, weil ansonsten, wenn ich die immer noch für Hundert Billionen kaufen kann, was kann ich damit den anderen Hundert Billionen machen, wenn ich jetzt Zwarhundert Billionen habe auf der Welt, bringt nichts.

00:25:22: So, und so viel bisschen Monetarismus, Geldmenge erklärt, so schnell es irgendwie geht, und deswegen hat das einen engen Zusammenhang, Und deswegen schützt man sich vor Inflationen, zum Beispiel mit Edelmetallen, vor Inflationen, weil man die eben nicht so vermehren kann wie das Papier.

00:25:38: Aber vor allem auch Aktien, Aktien, Aktien, Aktien.

00:25:41: Und das haben wir in der vergangenen Inflation auch gesehen.

00:25:43: Denn wenn die Preise steigen für Waren- und Dienstleistungen, dann heißt das ja, die Unternehmen, ja, die Preise, sagen wir mal, steigen alle um zehn Prozent, dann heißt das für die Unternehmen, wenn die Nachfrage gleich bleibt, weil auch die Löhne um zehn Prozent steigen, zehn Prozent mehr Umsatz.

00:26:00: Und bei stabiler Gewinnmarge, zehn Prozent mehr Gewinn.

00:26:04: Und wir wissen, wir bewerten Aktienjahr, indem wir gucken, was verdienen die pro Aktie.

00:26:10: Und was ist diese Aktie wert?

00:26:11: Denn wievielfachen Jahresgewinn zahle ich dafür?

00:26:14: Das sogenannte Kursgewinnverhältnis.

00:26:16: So, und wenn ich jetzt eine Aktie habe, die über hundert ist und das Unternehmen macht pro Aktie einen Gewinn von zehn Euro, dann habe ich einen Kursgewinnverhältnis von zehn.

00:26:26: So, jetzt steigt die Inflation, das Unternehmen macht zehn Prozent mehr Umsatz, macht zehn Prozent mehr Gewinn, dann habe ich elf Euro Gewinn pro Aktie.

00:26:35: Und wenn die Aktie jetzt bei hundert bliebe, dann wäre die Bewertung geringer, weil dann habe ich elf Euro pro Aktie verdient statt zehn Euro.

00:26:42: Wenn sie in der Bewertung gleich bleibt, dann steigt die Aktie von hundert auf hundert zehn und dann hat sie wieder das Kursgewinnverhältnis von zehn.

00:26:50: Und deswegen gleiche ich zumindest mit Aktien, weil Sachwerte sind.

00:26:54: Inflation aus.

00:26:55: Die Substanz, die Unternehmen haben, also so Unternehmen, die hohe Buchwerte haben, da steigen natürlich auch die Buchwerte, die Immobilienpreise, steigen ja in so einer Phase auch mit.

00:27:05: Aber eben auch meine Umsätze und meine Gewinne werden mehr und das ist eben der Unterschied zu festwärtssinnselichen Anlagen, wenn ich jetzt so ein Termingeld habe.

00:27:12: Das bringt mir drei Prozent.

00:27:13: So, und das bringt weiter drei Prozent.

00:27:14: Und das wird, wenn wir zehn Prozent Inflation haben, auch nicht mehr.

00:27:18: Es sei denn, es ist eine inflationsindexierte Anleihe, wo tatsächlich auch die Rückzahlung um die Inflation steigt.

00:27:24: Aber das ist doch bisher eher noch so ein Exotenprodukt, die klassische festfestsinnstichere Anlage.

00:27:29: Wie ist, wenn die Verzinsung unter der Inflation liegt, ein ziemlich mieses Geschäft?

00:27:35: Wir können also mal kurz festhalten, was ein realen Wert verbrieft bei Aktien.

00:27:39: Sag ich das auch mal manterartig, dass man sich ja an denen... Unternehmensideen beteiligt an die Patenten, aber auch was an Firmen und Fabriken da steht.

00:27:48: Das ist ein Schutz vor der Inflation.

00:27:50: Lass mich mal zur Abschlussfrage kommen, Alten, dich als Kapitalmarktstrateg.

00:27:53: Es gibt immer wieder auch Investoren, die setzen dann auf reale Werte wie Oldtimer, Weine, Gemälde, Sammelkarten und sagen, das ist Inflationsschutz für mich, selbst von solchen Ideen.

00:28:03: Ja, in siebziger Jahren haben die Leute eine alte Kaffeemühlen gekauft.

00:28:06: Also, diese Dinger haben ein großes Problem.

00:28:10: Und das ist letztlich auch sogar ein Problem vom Gold.

00:28:13: Sie erwirtschaften ja nichts.

00:28:15: Sondern ich muss allein die Wertsteigerung haben, um die Inflation auszugleichen.

00:28:20: Und über lange Zeiten hinweg sind die Renditen dann eigentlich so toll nicht.

00:28:26: Also irgendjemand hat mal ausgerechnet, dass der Fangoch hat doch ein Bild zu Lebzeiten verkauft.

00:28:30: So, wenn man das mit der Inflation indexiert hätte, dann wären die Fangoch-Bilder wohl gar nicht so ein super Geschäft gewesen, habe ich mal gelesen.

00:28:37: Ich habe es jetzt selbst nicht nachgerechnet.

00:28:39: Aber was wirklich Ertrag bringt, ist wieder Anlage von Erträgen, die ich eben bei einer Aktiengesellschaft habe, wenn die Aktiengesellschaft selber innerhalb der Aktiengesellschaft investiert, aber die ich als Anleger eben habe, wenn ich die Dividende bekomme und die Dividende wieder in Aktien investiere.

00:28:56: In Amerika läuft das zum Beispiel auch über Aktienrückholfen, die Unternehmen kaufen Aktien zurück.

00:29:00: Also das ist das, was der Value-Investor Gott Warren Waffet den Namen kennen ja, glaube ich, mittlerweile viele.

00:29:06: Das hat er als... Kind schon entdeckt, dass das der Zinsizinseffekt, von dem man auch spricht, dass das letztendlich das ist, was eben unglaubliche Summen erwirtschaftet, auf lange Sicht, wenn du eben auf zwanzig, dreißig, vierzig Jahre Erträge immer wieder anlegst.

00:29:22: Da kann kein Ultimer mithalten, der ja das alles aus sich heraus an Wertsteigerungen aufbauen muss.

00:29:29: Das wäre so ein bisschen so, als würde der Ultimer würde sozusagen wachsen.

00:29:33: fallen dann neue Felgen runter, neue Reifen und neuer Spiegel, dann kann ich mir irgendwann halt wieder ein Oldtimer daneben bauen, nicht so.

00:29:40: Und das ist halt nicht so.

00:29:42: Das ist ein sehr schönes Bild.

00:29:43: Das muss man sich mal wirklich mal festhalten.

00:29:44: Ja, da lassen wir uns unsere Kenntnisse im heutigen Thema nochmal kurz zusammenfassen.

00:29:47: Also, Inflation ist erstmal die... Steigerung von Preisen auf breiter Basis, nicht nur die Kugel Eis.

00:29:53: Wir hatten eine sehr hohe Inflation, die war aufgrund höherer Nachfrage, teilweise aber auch importierte Inflationen, weil die Energiepreise gestiegen sind.

00:30:00: Aktuell ist die Inflationsrate wieder deutlich runtergegangen, aber Achtung auch nur eine Inflationsrate von zwei Prozent.

00:30:06: Sorgt eben auf lange Frist dazu, dass mein Vermögen schrumpft.

00:30:09: Und wenn ich das eben nur festmäßig anlege oder das Geld sogar brachialerweise auf dem Girokonto liegen lasse, dann habe ich langfristig keinen Inflationsausgleich.

00:30:17: Ich habe zwar hundert Euro immer noch auf dem Konto liegen, aber ich kann mir davon eben deutlich weniger kaufen.

00:30:22: Du hast es schon ausgeführt.

00:30:23: Wir müssen aber weder damit rechnen, dass wir deutlich über die zwei Prozent gehen.

00:30:26: Einmal natürlich um diese.

00:30:28: Billionen schweren Schuldenberge abzutragen.

00:30:31: Da werden die Staaten also fast schon dafür sorgen, dass das so kommt.

00:30:34: Und zum anderen, weil wir ja auch ein bisschen die Globalisierung zurückfahren.

00:30:38: Dekarbonisierung, hast du gesagt, Demografie ist auch ein Thema.

00:30:41: Also wir müssen damit rechnen, dass die Inflation zu unserer der E-Richtung drei, vier Prozent steigt.

00:30:45: Ja, und wie kann ich mich da verschützen?

00:30:46: durch Realwerte?

00:30:47: und das Beste eben für uns als Privatanleger ist eben dann kein Oldtimer oder Wein, sondern das sind Aktien, weil die eben aufgrund des Zins ist, das Effekt ist eben diesen Pusch erwirtschaften.

00:30:57: Das ist, glaube ich, das, was wir heute mal mitnehmen wollen.

00:30:59: Da sage ich vielen Dank an dich, Stefan, für diese vielen Infos und auch Lösungsvorschläge rund um das Thema Inflation.

00:31:05: Sehr gerne, hat viel Spaß gemacht, ist ein Leib- und Magenthema von mir, wie du ja richtigerweise erwähnt hast.

00:31:10: Das Spudel ist nur so aus mir heraus.

00:31:12: Und das sei vielleicht auch noch mal so gesagt, es wird keine Staatspleiten geben, niemals von Staaten, die sich in eigenen Währungen verschulden.

00:31:20: Bevor die ihre Anleim nicht bedienen, drucken die das Geld selber nach.

00:31:24: Nur dieses Geld drucken führt dann eben zu mehr Geld als Ware da ist und führt dann zu mehr Inflation.

00:31:31: Sie ist eine versteckte Vermögensteuer.

00:31:33: Aber wer sein Geld richtig anlegt und die Wege hast du eben nochmal erwähnt, habe ich erwähnt, der muss diese Vermögensteuer nicht

00:31:41: zahlen.

00:31:43: Schön, dann beende ich heute mal unsere Folge, unsere neue Folge.

00:31:46: Ich hoffe es hat euch gefallen und wir konnten euch auch wirklich viele relevante und praxisorientierte Infos zum Thema Schutz eures Vermögens vor der Inflation geben.

00:31:55: Wenn ihr auch weiter auf dem laufenden bleiben wollt rund um das Thema Finanz- und Geldanlage, dann abonniert doch gleich hier unseren Kanal und ebenso freuen wir uns wieder über euer Feedback, über Fragen, Kritik, Lob oder Anregung.

00:32:05: Auch für zukünftige Themen.

00:32:07: schreibt uns dann gerne an www.wertpapiereet.de und beachtet bitte auch unsere rechtlichen Hinweise.

00:32:12: habe ich euch in die Shownotes gepackt.

00:32:14: Da wünsche ich euch jetzt viel Erfolg bei euren nächsten Schritten an den Kapitalmerken und freue mich auf das nächste Mal.

00:32:20: Tschüss und machts

00:32:37: gut.

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